Freitag, September 10, 2010

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Möbelindustrie übersteht 2009 mit blauem Auge

Wohnmöbel nach wie vor gefragt, starker Rückgang bei Büromöbel


Österreichs Möbelindustrie hat das Krisenjahr 2009 mit einem blauen Auge überstanden, die wirtschaftliche Situation der Betriebe sei aber weiterhin schwierig, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Fachverbandes der österreichischen Möbelindustrie und Geschäftsführer von Team 7, Georg Emprechtinger, am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien. Billig-Importe aus China bringen den europäischen Möbelmarkt zunehmend unter Druck.

Mit einem Produktionsminus von 12,8 Prozent auf 1,69 Mrd. Euro in den ersten drei Quartalen 2009 und einem Rückgang der Möbelexporte von 14,6 Prozent auf 1,32 Mrd. Euro haben die heimischen Hersteller im Vergleich zu anderen Ländern in Europa eine relativ moderate Entwicklung genommen. Die Auslastung lag bei 76 Prozent. Die einzelnen Branchen haben sich dabei sehr unterschiedlich entwickelt. Während der Büromöbelmarkt ein Minus von 25,5 Prozent eingefahren habe, sei der Wohnmöbelbereich sogar gewachsen, so Emprechtinger. Zurückzuführen sei dies auf den verstärkten Trend zum "Homing", im Zuge dessen auch mehr in den privaten Wohnbereich investiert wird.

Qualität

Dabei werden auch immer stärker Qualität nachgefragt. "Um im Wettbewerb gegen Fernost bestehen zu können, müssen die Österreicher Produkte entwickeln, die besser sind", so der Team-7-Chef. Die heimischen Möbelerzeuger könnten mit Service, Innovationen, Design und Maßanfertigung punkten. Die Exportquote der österreichischen Möbelbranche liegt bei 57 Prozent. Von Vorteil wäre es, wenn die heimischen Produzenten mehr auf Marken setzen würden, meinte Emprechtinger.

Österreichs wichtigster Handelspartner bei Möbeln ist Deutschland, gefolgt von Italien und Polen. 40 Prozent der Exporte werden nach Deutschland geliefert. 2009 sind die Lieferungen nach Deutschland um 11,3 Prozent gesunken, nach Italien um 37,8 Prozent und nach Polen um 0,9 Prozent.

Die Möbelimporte sind 2009 um 6,7 Prozent auf einen Wert von 1,63 Mrd. Euro gesunken. Deutschland, Italien und Polen sind die drei wichtigsten Importländer, gefolgt von China auf Platz 4. Auch 2009 haben laut Fachverband die Möbellieferungen aus China weiter zugenommen, konkret um 10,9 Prozent auf 106 Mio. Euro. Emprechtinger fordert daher Maßnahmen der EU, den europäischen Markt von Billigmöbel-Importen zu schützen, denn "noch gibt es eine starke europäische Möbelindustrie.

Zur österreichischen Möbelindustrie zählen 53 Betriebe, die insgesamt 7.300 Personen beschäftigen. Das Tischlergewerbe umfasst 8.200 Mitgliedsfirmen mit rund 30.600 Beschäftigten.

(apa)

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