Freitag, September 10, 2010

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Ausgabe 6-7 2010 - Editorial


Wer nicht wirbt, der stirbt


In dieser Ausgabe nehmen wir die heimische Kommunikationsbranche unter die Lupe: Werbeagenturen, Public-Relations-Dienstleister und Eventmarketer. Vieles hat sich in den vergangenen Jahren in der heimischen Werbe- und Medienlandschaft verändert. Die Krise deckte schonungslos auf, welche Medien und welche Werbemittel was zu leisten imstande sind. Zwar wurden Werbebudgets drastisch gekürzt, Kampagnen reduziert oder gar gestrichen trotzdem stagnierte der Verkauf nur minimal. Interessant, finden Sie nicht auch? Ist die Branche also an ihren eigenen Versprechungen gescheitert? Was wurde aus vollmundigen Drohgebärden wie wer nicht wirbt, der stirbt? Ist Anpreisung also gar nicht nötig oder der Markt ganz einfach nur ein gro?es Rätsel? Sofort wurden reflexartig Marketingausgaben hinterfragt. Die Werbebranche selbst wusste, besonders unkreativ, keine Antworten und so ist es bis zum heutigen Tag. Klar ist nur: Die Branche hat ein wirklich schweres Jahr hinter sich und ist noch lange nicht über dem Berg.
Die Branche am Ende - sicher nicht!
Warum? Ganz einfach: Weder Werbe- noch Medienbranche sind dem Tode geweiht  ganz im Gegenteil. Alle Jahre wieder werden Unternehmen neue Produkte und Dienstleistungen launchen und Firmen um Marktanteile k‰mpfen oder versuchen, Mitbewerber auszustechen. All diese Vorg‰nge werden auch in Zukunft kommuniziert, sprich beworben, werden m¸ssen. Was in wirtschaftlich mageren Zeiten drastisch eingebrochen ist, sind die sogenannten Imagekampagnen. Von denen die gesamte Branche gut gelebt hat. Doch selbst diese werden nicht ausbleiben, wenn sich die Wirtschaft nachhaltig erholt.
Sonderproblem des österreichischen Marktes
Nach wie vor ist die Masse der heimischen Unternehmen noch nicht in der globalisierten Welt angekommen. Chancen, zumindest im benachbarten Ausland, werden noch immer viel zu sp‰rlich wahrgenommen. Daran konnten leider auch zahlreiche gut gemeinte Aktionen der Wirtschaftskammer, wie Exportförderung und Beratung, nichts ändern. Es entsteht unweigerlich der Eindruck, dass die Österreicher sich lieber vor der globalen Konkurrenz fürchten, als sich über den globalen Markt zu freuen - Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ausgelagertes Marketing
Der kleine aber feine österreichische Markt wird von der globalisierten Werbewelt leider nicht wahrgenommen. Das hängt mit unserem Nachbarn Deutschland zusammen. Dort ist der Werbe- und Medienmarkt weit größer und wesentlich entwickelter - und er bedient den Österreichischen Markt einfach mit. Die Folge: Jedes Jahr gibt es weniger Marketingentscheider in Österreich. Das Marketing fÜr den heimischen Konsumenten wird im besten Fall nach Deutschland ausgelagert oder schlimmer sonst wohin auf unseren Erdball. Jedenfalls weit weg vom heimischen Konsumenten und Dienstleister. Unsere Nachbarn zu verfluchen bringt nichts, denn auch für uns ist es mittlerweile selbstverständlich deutsches Fernsehen zu sehen und deutsche Zeitschriften zu lesen.
Was uns noch retten kann? Die Kaufkraft
Nur wenn wir als Konsumenten stark sind, bleiben wir auch als Markt interessant. Darum bitte ich im Namen einer gesamten Branche: Lieber Herr Finanzminister: Hände weg von Massensteuern, sie schaden der Wirtschaft nachhaltig.

Meint Ihre

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Barbara Mucha


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